Eurydike dreht sich um
| Besetzung: | Alt+Bariton+Viola+Klavier |
| Umfang: | 72 + 2x60 + 28 Seiten |
| Schwierigkeitsgrad: | schwer |
| ISMN / EAN: | 9790502928704 |
98,00 €
inkl. gesetzl. gültiger MwSt., zzgl. Versandkosten
Eurydike dreht sich um
| Besetzung: | Alt+Bariton+Viola+Klavier |
| Umfang: | 72 + 2x60 + 28 Seiten |
| Schwierigkeitsgrad: | schwer |
| ISMN / EAN: | 9790502928704 |
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Titel Information:
Die Lyrik von lrena Wachendorff übt sich in der Kunst, mit einem Minimum an Worten auszukommen, um die Botschaft desto deutlicher hervortreten zu lassen. Die Botschaft selber ist nur scheinbar unmittelbar verständlich – eine angemessene Deutung steht vor der Aufgabe, möglichst viele Assoziationen mit dem Text zu verknüpfen, um die Fülle der Deutungsmöglichkeiten zu erschließen. Erst die Gesamtheit der Deutungsmöglichkeiten vermittelt die Botschaft.
Die Verknappung der Sprache in dieser Lyrik bietet dem Komponisten einen verführerisch leichten Zugang zur Vertonung. Ich hatte aber den Ehrgeiz, über die Musik einen Zugang zur Gesamtheit der Deutungsmöglichkeiten – und damit zur Botschaft – zu schaffen. Dadurch ergibt sich eine Fülle von motivischen und formalen Bezügen, die beim ersten Hören wohl kaum zu durchschauen ist.
Der Zyklus beginnt mit dem Vorspiel von Viola und Klavier, in dem die wichtigsten Motive und einige ihrer Bezüge vorgestellt werden. „Zungenschlag“ zeigt die Verführungskraft der Sprache durch die Verwendung ungewöhnlicher Rhythmen und die dumpfe, gleichförmige Reaktion der Masse, die in wohlbekannter Katastrophe endigt. „Umkehrung“ verdeutlicht die Dialektik von Nähe und Ferne. Wer sich zum Licht begibt, um besser wahrgenommen zu werden, vergrößert dabei seinen Schlagschatten – aber dieser Schatten bietet nur die Illusion von Größe. „Eurydike 1“, „Eurydike 2“ und „Eurydike 3“ basieren auf der gleichen Grund-Tonfolge und den daraus abgeleiteten Harmonien. „Medea“ drückt den Tiefpunkt schwärzester Verzweiflung aus: Eine Mutter tötet ihre Kinder, damit der verhasste Vater der Kinder nicht in ihnen weiterlebt. In „Ehemalige Synagoge in Kazimierz“ werden zwei unterschiedliche Stilrichtungen verwendet, um Gegenwart und schmerzliche Erinnerung zu trennen. Eine Zwölfton-Folge im Klavier und strenge kanonische Imitation in Bariton und Viola sollen die Atmosphäre in der Ruine verdeutlichen und gleichzeitig die Assoziation an die Synagoge als Kultstätte der mosaischen Religion wecken. Im „Richtfest“ wird eine 5-stimmige Fuge verwendet um die furchterregende Majestät und erbarmungslose Maschinerie der Justiz darzustellen. „Genealogisch“ parodiert die Entstehung von institutionalisierter Macht, die als objektive Lüge die Wahrheit gepachtet hat.
„Abschied“ drückt den reinen Schmerz des Abschieds aus – und hat damit als einziges Lied ohne Hintergedanken eine Sonderstellung in der vorliegenden Auswahl von 12 Gedichten aus „Eurydike dreht sich um“. „Supernova“ ist die Hitliste der Erinnerung – komponiert als Hit. „Vision“ beschließt den Zyklus und spendet Trost nach so vielen Schmerzen durch Neu-Erzählung der konfliktbeladenen alten Mythen.
- 1. Vorspiel
- 2. Zungenschlag
- 3. Umkehr
- 4. Eurydike 1
- 5. Medea
- 6. Ehemalige Synagoge in Kasimierz
- 7. Richtfest
- 8. Genealogisch
- 9. Eurydike 2
- 10. Abschied
- 11. Supernova
- 12. Eurydike 3
- 13. Vision
Textdichter: Irena Wachendorf
Format: 22,5 x 30,5 cm
Zusatz Info: Ausgabe besteht aus 3 Spielpartituren und Viola-Stimme









