Doles, Johann Friedrich

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Doles, Johann Friedrich

Johann Friedrich Doles (1715–1797), der nach dem Tode Gottlob Harrers (1703– 1755) bis zu seiner Pensionierung 1789 mehr als ein Drittel Jahrhundert das Amt des Kantors an der Leipziger Thomaskirche bekleidete, schuf seine ersten Kirchenstücke (darunter ein 68 Werke umfassender verschollener Kantaten-Zyklus) bereits während seiner Amtszeit als Musikdirektor im sächsischen Freiberg (1744–1755). Doles war stets für verschiedene Stilrichtungen offen, so dass es nicht verwundert, wenn unter seiner Amtszeit vor allem in Leipzig „Kirchencompositionen jeder Nation, jeder Zeit und Art, von den ältesten bis zu denen Naumann's und der beiden Haydn“ aufgeführt wurden, wie der Doles' Schüler Johann Friedrich Rochlitz (1769–1842) in der Leipziger Allgemeinen Musikzeitung (Ausgabe 1843) zitiert wird. Diese Gattungs- und Stilvielfalt spiegelt sich auch in seinem eigenen Schaffen wieder. Von lateinischen Ordinariumskompositionen (Missae breves und Sanctus-Vertonungen) über die deutschsprachige  Kirchenkantate bis hin zu doppelchörigen höchst anspruchsvollen Choralmotetten über reformatorische Kirchenlieder reicht das Schaffen des Thomaskantors. Darüber hinaus schuf Doles zahlreiche Werke, die zumindest in Leipzig seit den 1760er Jahren allmählich die Kirchenkantate als Hauptmusik im Gottesdienst ablösten: figurierte Choräle und hymnische Psalmvertonungen.
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